Chronik – Überblick


… der Patienten-Initiative e.V. im Überblick

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Die Patienten-Initiative kann auf eine mehr als 30jährige Arbeit für die Interessen von Patientinnen und Patienten zurückblicken.
1984 hat die Hamburger Morgenpost den Skandal um den ehemaligen Chefarzt der Orthopädie im Allgemeinen Krankenhaus Barmbek, Prof. Dr. Dr. Dr. Rupprecht Bernbeck aufgedeckt. Geschädigte Patienten taten sich zusammen und die gründeten die Patienten-Initiative. Dem Arzt wurden schwere Behandlungsfehler in weit über 200 Fällen vorgeworfen und den Patientinnen und Patienten nach langwierigen außergerichtlichen Verhandlungen Schadenersatz in Millionenhöhe zugebilligt. Der Fall gilt noch heute, über 30 Jahre nach den Geschehnissen, als einer der größten Medizin-Skandale der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Eine unabhängige Beratung für Patientinnen und Patienten zum Thema Patientenrechte gab es zu der Zeit nicht. Die Initiative hat Standards für die Beratung gesetzt. Verbunden war das immer mit dem Ziel, grundsätzlich für mehr Patientenrechte, Transparenz und Patientenbeteiligung einzutreten.
Auch nach den rechtlichen Auseinandersetzungen und der Aufarbeitung des Skandals durch einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft blieb der Verein bestehen und forderte schließlich erfolgreich die Finanzierung einer Beratungsstelle. Trotz immer wiederkehrender Hürden, Kürzungen und Streichung finanzieller Mittel bleibt die Patienten-Initiative streckenweise lediglich auf ehrenamtlicher Basis bestehen.

Neben der Beratung von Patienten wird im Jahr 1999 das neue Projekt [PI(K)], Patienten-Initiative im Krankenhaus” initiiert, bei welchem anfangs im AK St. Georg, später auch in weiteren Krankenhäusern in Hamburg unabhängige Patienten-Vertrauenspersonen eingesetzt werden. Sie geben den Anliegen und Beschwerden von Patienten und Angehörigen eine Stimme und melden deren Kritik an die Klinik zurück. Der Verkauf der städtischen Krankenhäuser verändert die Arbeitsweise der [PI(K)] zu einer schwerpunktmäßig telefonischen Beratung für alle Asklepios Kliniken Hamburg GmbH. Der Ausbau des internen Beschwerdemanagements führt in der Initiative zu der Entscheidung, das Projekt [PI(K)] 2013 zu beenden.

Von 2006 bis 2015 war die Patienteninitiative Träger der regionalen Beratungsstelle Hamburg der UPD – Unabhängige Patientenberatung Deutschland gGmbH.
Seit dem 1.1.2016 hat ein anderer Anbieter die unabhängige Patientenberatung gemäß § 65 b SGB V übernommen (inkl. 0800-Rufnummern, Webadresse patientenberatung.de und Logo der UPD). Die UPD gGmbH in Trägerschaft von Sozialverband VdK, Verbraucherzentrale Bundesverband und Verbund Unabhängige Patientenberatung musste ihren Betrieb einstellen und die Beratungsstellen schließen.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist das Thema Barrierefreiheit in der gesundheitlichen Versorgung. Die Projekte haben einen eigenen Slogan und dieses Logo:
„Barrierefrei. Wir sind dabei.“
Logo Barrierefrei. Wir sind dabei.
in Krankenhäusern und Arztpraxen setzt sich der Verein für den Ausbau barrierefreier medizinischer Einrichtungen ein. Er fordert insbesondere eine bessere Versorgung mit Informationen zum Status der Barrierefreiheit, mit Hilfe derer Menschen mit Behinderungen ein geeignetes Krankenhaus oder eine Praxis nach ihren Bedürfnissen finden können. 2014 wurden so die sieben Asklepios-Kliniken Hamburg mit Barriere-Scouts auf ihre Barrierefreiheit geprüft, weitere Krankenhäuser folgten. In Kooperation mit KISS und Förderung der AOK Rheinland/Hamburg wurde im Jahr 2016 ein Instrument für Erhebungen in Arztpraxen entwickelt. Mit der Zusage der AOK, das Projekt für nochmals 2 Jahre zu fördern, kann die Kooperation fortgesetzt werden. Ziel ist, immer mehr Arztpraxen zu gewinnen, um am Ende einen Hamburger Stadtplan der barrierefreien medizinischen Versorgung erarbeitet zu haben.


Logo der AOK