Hamburger Oskar für Inklusion verliehen

Vier Hamburger Projekte zur Inklusion behinderter Menschen haben in diesem Jahr den Senator-Neumann-Preis erhalten. Den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis überreichten Sozialsenatorin Melanie Leonhard und Ingrid Körner, Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, am 19.09.2018 im Rathaus an das Bildungshaus Lurup. Unter einem Dach vereinen sich hier frei zugängliche Unterstützungsmöglichkeiten für die Nachbarschaften. Grundlage ist ein Bündnis zwischen der staatlichen Grundschule Langbargheide, der Kita Moorwisch der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.
Begründung der Jury: Das Bildungshaus sorgt für eine Chancengerechtigkeit, indem die Angebote allen Kindern zur Verfügung stehen. Es ist vorbildlich in der Vielfalt der Partner, geht über die Schule hinaus in den Arbeitsmarkt, ist sozialraumorientiert und hat ein Alleinstellungsmerkmal.
Einen mit 4.000 Euro dotierten, 2. Preis erhält die Kulturfabrik Kampnagel. In der Begründung der Jury wird hervorgehoben: Bereits 2007 hat Kampnagel damit begonnen, ein inklusives Theater zu werden. Inklusion wird hier selbstverständlich gelebt. Menschen mit Behinderung sind in allen Bereichen (vor, auf und hinter der Bühne) präsent und begegnen sich auf Augenhöhe. Das Haus ist zudem barrierefrei. Das Haus ist eine große Bereicherung des Kulturlebens in der Stadt.
Der zweite mit 4.000 Euro dotierte 2. Preis geht an die Wörterfabrik für unterstützte Kommunikation. Die EiS-App beschreibt Begriffe durch die Kombination von Symbol (sehen), Audioausgabe (sprechen + hören), geschriebenem Wort (lesen) und Video (Gebärden). Diese App ermöglicht gemeinsames Lernen und hilft bei der Kommunikation. Dadurch können die Kinder mehr am Alltag teilnehmen und selbstbestimmter ihr Leben gestalten. In ihrer Begründung hob die Jury hervor, dass die Idee der App neu und innovativ ist sowie Strahlkraft besitze: Sie ist übertragbar und hat Entwicklungspotential.
Der mit 2.000 Euro dotierte Nachwuchspreis geht an Enactus Hamburg. Die Studenteninitiative „MeineStadt“ will neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung gewinnen. Die Studierenden erarbeiteten ein Konzept für inklusive Stadttouren von und mit Menschen im Rollstuhl. Die Touren sollen durch Rollstuhlnutzer*innen entwickelt und angeboten werden. Die Menschen, die die Tour buchen, sitzen auch im Rollstuhl, unabhängig davon ob sie ihn benötigen. In ihrer Begründung hob die Jury hervor, dass das Begegnen auf Augenhöhe einen Perspektivwechsel ermöglicht, der für Menschen ohne Behinderung besonders spannend sein dürfte – und daher auch aus dieser Perspektive einen wertvollen Impuls für eine inklusive Gesellschaft setzt.

Der Hamburger Senat hatte den Senator-Neumann-Preis 1973 gestiftet. Namensgeber der Auszeichnung ist der frühere Hamburger Senator Paul Neumann, der zur Zeit der Weimarer Republik in Hamburg für die Wohlfahrt zuständig war. In diesem Jahr gab es 93 Bewerbungen aus allen Lebensbereichen. Der Preis wurde in diesem Jahr zum Start der Veranstaltungsreihe “Zeit für Inklusion” verliehen.

20. September 2018 by Redaktion
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UPD verkauft!

Presseerklärung der BAGP vom 31.08 2018

Sanvartis – UPD: Spielball von Kapitalinteressen und Korruption?

40 Jahre Entwicklungsarbeit in der Zivilgesellschaft waren nötig um die Notwendigkeit der
unabhängigen Patientenberatung in der Gesellschaft zu verankern.
Wie zum Hohn werden damit heute anscheinend Millionen gescheffelt.
Die UPD gGmbH ist an die Careforce GmbH verkauft worden. Deren Motiv, die UPD zu übernehmen,
ist vermutlich rein monetär motiviert. Wie kann dasaber sein, dass Versichertengelder ohne jede
Gegenleistung Gewinne generieren? Die dahinter liegenden Fakten sind immer noch nicht vollkommen
offen gelegt, zuverlässige Quellen bestätigen aber,dass die UPD einen jährlichen Ertrag von ca.
1,85 Mio € bringt – ca. 20% der Fördersumme in Höhevon 9 Mio €. „Das ist keine schlechte Rendite für
eine Investition, die alleine aus der Teilnahme an einem Vergabeverfahren besteht.“, so Gregor Bornes,
seit 1993 Patientenberater, Mitentwickler der UPD bis 2015 und Sprecher der BAGP.
Auf dem Papier ist die Summe verbunden mit der Gegenleistung von Sanvartis, dafür Software und
Lizenzen zu liefern. Die alte UPD hatte aber für den gleichen Posten weniger als 50.000 € ausgegeben -das sind weniger als 1% des damaligen Etats. „Es besteht hier also zumindest der Anfangsverdacht
eines Scheingeschäftes.“, so Gregor Bornes.
Die Frage ist, ob diese Kosten für Software und Lizenzen bereits im Angebot von Sanvartis in 2015
eingepreist waren und damit gebilligt wurden vom GKV Spitzenverband und dem
Bundesgesundheitsministerium. Selbst wenn sie das waren, hätte die Verausgabung dieser Mittel allein
wegen der Größenordnung ausgeschrieben werden müssen. Ansonsten wäre es ein Verstoß gegen das
Vergaberecht.
„Wenn das stimmt, ist also mit der Ökonomisierung der UPD nicht nur den gemeinnützigen
Organisationen vzbv, VdK und VuP (dessen Mitgliederfast alle auch Mitglied in der BAGP waren) ein
sehr wichtiges Projekt entzogen worden, das eine Bastion war gegen die ansonsten dominierenden
Partikularinteressen der Anbieter im Gesundheitswesen und zudem zu einem unüberhörbaren Player in
der Gesundheitspolitik geworden war. Wenn der in der Berichterstattung geäußerte Verdacht zutrifft,
wurden auch noch große Summen mit Wissen der gesetzlichen Krankenkassen und der
Aufsichtsbehörde BMG in private Taschen verschoben.“, so Bornes.
„Wir fordern Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf, alle Fakten offen zu legen. Gegen die
Verantwortlichen muss bei Betrachtung dieser Sachlage ermittelt werden wegen Verdacht auf
Verschwendung von Versichertengeldern und Korruption.“, so Gregor Bornes.

Hier finden Sie die

02. September 2018 by Redaktion
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Bericht über den Besuch der Diabetologischen Schwerpunktpraxis Harburg

In der letzten Ausgabe der Hamburger Ärztezeitung berichtet Frau Wilsdorf über unseren Besuch der Praxis, in der auch Frau Neumann-Grutzeck arbeitet. Sie saß als Vorstandsmitglied bei unserer Veranstaltung “gesucht- gefunden” für die Ärztekammer Hamburg auf dem Podium.

Hier finden Sie den Artikel bei der Ärztekammer Hamburg als ePaper auf S. 28-29 – besser lesbar!

Und hier als PDF, auch zum Download – noch besser lesbar.

S. 1 des Artikels als BildS. 2 des Artikels als Bild

10. Mai 2018 by Redaktion
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Gesucht – gefunden! Gut besuchte Veranstaltung

Neue Web-App von Patienten-Initiative und KISS Hamburg erleichtert Menschen mit Behinderung die Arztsuche

Wie barrierefrei eine Arztpraxis ist und ob sie für einen Menschen mit Behinderung geeignet wäre, konnten Patienten bisher vor ihrem Arzttermin nicht verlässlich wissen, da es keine einheitlichen Informationen dazu gibt. Gestern startete mit „Plan B“ eine Web-App, in der Interessierte fast 100 Hamburger Arzt- und Zahnarztpraxen nach zahlreichen objektiven Kriterien zur Barrierefreiheit filtern können. So erkennen Menschen mit motorischen Einschränkungen oder mit Rollstuhl, kleinwüchsige, blinde oder sehbeeinträchtigte Menschen, Gehörlose oder Hörbeeinträchtigte sowie Menschen mit Lernschwierigkeiten anhand weniger Klicks, welche Praxis für sie geeignet ist. Die Patienten-Initiative und die Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen (KISS Hamburg) des Paritätischen Hamburg haben dafür in den vergangenen zwei Jahren, finanziert von der AOK Rheinland/Hamburg, Arztpraxen auf ihre Barrierefreiheit untersucht.

Ist ein Behindertenparkplatz vorhanden? Darf ein Blindenführhund mit in die Praxis? Gibt es einen sprechenden Fahrstuhl? Können Termine auch ohne Telefon vereinbart werden? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die Web-App „Plan B“, in der momentan 94 Hamburger Arzt- und Zahnarztpraxen erfasst sind. Unter dem Link https://planb.hamburg ist sie auf allen Geräten kostenlos nutzbar. Sie verwendet eigens entwickelte Piktogramme und starke Kontraste, damit die Suche für alle einfach ist. Geplant ist, dass in den nächsten Wochen weitere Praxen hinzukommen.

In Hamburg gibt es ca. 4500 Arzt- und Zahnarztpraxen, fast 500 davon sind in den vergangenen zwei Jahren kontaktiert worden. Auch die Gesundheitsbehörde unterstützte das Projekt.

Dazu Cornelia Prüfer-Storcks, Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz: „Im Alltag finden sich auf dem Weg zum Arzt, ins Krankenhaus oder zum Physiotherapeuten oft zahlreiche Barrieren, die gerade für Menschen mit Beeinträchtigungen eine Herausforderung sind. Die Einführung und Umsetzung einer flächendeckenden Barrierefreiheit in Arztpraxen stellt eine große Aufgabe dar, die nicht beim Zugang zur Praxis endet, sondern ebenfalls einen barrierefreien Kommunikations- und Informationsfluss umfasst. Mit der App ‚Plan B‘ wird ein weiterer Schritt hin zu einem inklusiven Gesundheitssystem gemacht. Ich hoffe auf eine rege Beteiligung seitens der Hamburger Ärztinnen und Ärzte.“

Dazu Kristin Alheit, geschäftsführende Vorständin des Paritätischen Hamburg: „Erstmalig gibt es nun eine genaue Übersicht mit eindeutigen Kriterien, die es Menschen mit Beeinträchtigungen ermöglicht, leichter eine passende Arztpraxis zu finden. Doch das allein reicht nicht aus. Auch wenn laut Grundgesetz niemand aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden darf, so geschieht das in vielen Bereichen und auch bei der Arztwahl sehr häufig. Ärztinnen und Ärzte brauchen Anreize, um physische Barrieren in Praxisräumen abzubauen und sich der Versorgung von Menschen mit Behinderung zu öffnen. Hier sind Politik und medizinische Selbstverwaltung gefragt. Die bisherigen gesetzlichen Regelungen reichen offenbar nicht aus.“

Dazu Karen Müller, Patienten-Initiative e.V.: „Teilweise sind wir auf große Zustimmung für unser Anliegen gestoßen. Doch viele Praxen haben unseren Besuch abgelehnt und wollen sich nicht mit dem Thema Barrierefreiheit beschäftigen. Die Behandlung vor allem von schwerbehinderten Menschen ist oft zeitintensiver, wird aber nur standardmäßig vergütet. Auch gibt es keine finanziellen Anreize für den barrierefreien Umbau von Praxisräumen. Die Angaben zur Barrierefreiheit müssen verpflichtend werden.“

Dazu Matthias Mohrmann, Vorstand der AOK Rheinland/Hamburg, die das Projekt noch bis Herbst 2018 unterstützt: „Für Patientinnen und Patienten ist es wichtig zu wissen, ob eine Praxis barrierefrei ist. Die App ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Teilhabe für möglichst alle Menschen. Wir hoffen, dass wir damit die Öffentlichkeit und die Ärzteschaft für das Thema Barrierefreiheit sensibilisieren und sich viele weitere Praxen beteiligen.“

Hintergrund: Jeder achte Mensch in Deutschland hat eine Behinderung, fast jeder zehnte ist schwerbehindert (Statistisches Bundesamt). Demnach gelten rund 170.000 Hamburgerinnen und Hamburger als schwerbehindert. Eine einheitliche Übersicht, in welcher Praxis sich ein mobilitätseingeschränkter Mensch gut bewegen kann oder bei welchem Arzt Hör- oder Sehbehinderte gut zurechtkommen, gab es bisher nicht. Die AOK Rheinland/Hamburg finanziert das Projekt, dessen Schirmherrin Theater-Intendantin und Ärztin Isabella Vértes-Schütter ist.

18. April 2018 by Redaktion
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Unterstützungsfonds kommt!

Am 15. März hatte die Patienten-Initiative e.V. ihre Mitgliederversammlung. Auf der Tagesordnung stand eine Änderung der Satzung. Wir wollen einen Unterstützungsfonds für Ratsuchende gründen, die Hilfe bei der Klärung vermuteter Behandlungsfehler brauchen. Eine Verfahrensordnung legt fest, wer Unterstützung aus diesem Fonds bekommen kann. Der vermutete Schaden muss in Hamburger Krankenhäusern oder Arztpraxen passiert sein, eine außergerichtliche Einigung wurde erfolglos versucht und die Patienten müssen finanziell bedürftig sein.

Die Mitglieder stimmten der Satzungsänderung zu und nach Eintragung in das Vereinsregister steht der Umsetzung nichts mehr im Wege!  Ein langjähriges Mitglied schrieb uns: “… möchte ich Ihnen hiermit mitteilen, dass ich die Satzungsänderung sehr begrüße. Nach weit über zehn Jahren bin ich noch heute dankbar, dass ich Ihre Hilfe in Anspruch nehmen konnte. Ich hoffe, Sie können die Satzungsänderung beschließen.” Liebe Frau H., danke für Ihre Zeilen und langjährige Unterstützung! Auch der Fonds muss sich aus Spenden finanzieren. Wir werden hier berichten, wenn die Eintragung erfolgt ist und wir offiziell starten können.

18. März 2018 by Redaktion
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Das ist Paula

Seit einiger Zeit sind zwei im Rollstuhl sitzende ältere Damen als ehrenamtliche Unterstützerinnen mit dabei, wenn wir in der Stadt unterwegs sind. Auf dem Foto seht ihr Paula. Dann gibt es noch Elli, die ist aber gerade unabkömmlich. Sie sieht so aus wie Paula, trägt aber einen Helm mit roten Streifen.

Paula

15. Februar 2018 by Redaktion
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Alltagsprobleme

Facebook wird gern genutzt, um Fragen zu stellen, die Expert*innen in eigener Sache beantworten können. Gestern las ich zufällig in einer Gruppe mit vielen Rollstuhl nutzenden Mitgliedern einen Dialog darüber, dass man sich auf Angaben wie “rollstuhlgerecht” oder “barrierefrei” nicht verlassen kann. Das bestätigt genau, dass wir richtig liegen mit unserem Ansatz:  Wir brauchen konkrete und zuverlässige Angaben statt allgemeiner Begriffe! Der Dialog ist so treffend, wir zitieren das hier:

Die Frage

“Hallo, ich hab wieder einmal eine Frage, ich bin ja noch nicht so erfahren mit dem Rollstuhl (erst seit August 2017). Wenn ich wo hin muss, wo ich noch nie war, ruf ich immer an, ob es dort barrierefrei ist. Jetzt ist es mir aber schon mehrmals passiert, dass ich, obwohl ich extra frage, ob es mit Rollstuhl geht, vor Ort nicht weiterkomme, weil es dann doch nicht wirklich barrierefrei ist. Ich trau mich allein schon kaum noch wo hin, wo ich noch nie war. Wie macht Ihr das denn?”

Antworten

“Am Besten ist es wohl, nicht pauschal nach “barrierefrei” oder “rollstuhlgerecht” zu fragen, sondern ganz detailiert zu erklären, welche Anforderungen man hat, also welche Türbreiten man braucht, fragen, ob es irgendwo Treppenstufen gibt, ob die Toilette DIN-gerecht ist. Wenn der Angerufene dabei ins Schwimmen kommt, sollte man skeptisch sein.”

“Ich frage mitterweile nicht nach Barrierefreiheit sondern nach Rollstuhltauglichkeit. Damit mache ich bessere Erfahrung. In Restaurants frag ich vorab, ob die Toilette auch wirklich begehbar ist oder als Abstellraum genutzt wird, denn auch da hab ich echt Abenteuerliches hinter mir.”

“Das wird immer wieder vorkommen, dass man die Auskunft bekommt, dass man mit dem Rollstuhl reinkommt und alles ebenerdig sei. Aber wenn man dort ist, ist eindeutig eine Stufe vorhanden, oder sonst irgendein Hindernis vorhanden.
Das liegt daran, dass die Menschen, die diese Auskunft geben in der Regel Fußgänger sind und der Mensch für ihn Unwichtiges ausblendet und nicht mehr registriert.
Bei Fußgängern ist das bei einzelnen Stufen der Fall oder bei Türbreiten, die viel breiter in der Erinnerung sind als sie es tatsächlich sind. Fußgänger sind da “Betriebsblind”.”

“Ich frage wenn nach, ob es dort Treppen gibt und wo die Toilette liegt. (Und trotzdem geht es schief). Aufs Internet verlasse ich mich nur bedingt. Drei kleine Erfahrungen.
Lokal A: hatte sogar eine Rollitoilette, leider für mich unerreichbar, dass sie für uns auf einer Art Empore reserviert hatten..von der aus Stufen zur Toilette gingen.
Lokal B: Ja, es war alles ebenerdig und ohne Treppen..leider machte eine Säule aus 80 cm Durchfahrt mal eben die Hälfte 😉
Lokal C: Trotz “Nein, wir haben keine Treppen”, gab es zwei Stufen.”

12. Februar 2018 by Redaktion
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Bundesverdienstkreuz für Kerstin Hagemann | Pressemitteilung

Viel Ehre, keine Unterstützung

Für ihr Engagement erhält Kerstin Hagemann das Bundesverdienstkreuz

Hamburg, den 4. Dezember 2017

Was die Durchsetzung von Patientenrechten angeht, hat sich in den letzten 40 Jahren wenig verbessert, sagt Kerstin Hagemann. Die Hamburgerin wird bald 60 Jahre alt und hat fast zwei Drittel ihres Lebens gegen mächtige Gegner gekämpft; hat sich für ihre Rechte eingesetzt und für die Rechte anderer geschädigter Patienten. Am 4. Dezember 2017 bekommt sie dafür das Bundesverdienstkreuz.

Wegen einer Gehbehinderung ließ sich die damals 20-Jährige 1978 operieren. Von einer Kapazität, wie es schien, Professor Dr. Dr. Dr. Rupprecht Bernbeck im damaligen Hamburger Allgemeinen Krankenhaus Barmbek. Seit er sie behandelte, ist sie auf den Rollstuhl angewiesen. Der Orthopäde hatte die Pfanne des Hüftgelenks falsch herum eingebaut. Einer von vielen Fehlern des Arztes, der dennoch lange operieren durfte, unbehelligt von der Fachwelt und den Hamburger Behörden.

Kerstin Hagemann gründete mit anderen Geschädigten die Patienten-Initiative. Seitdem kämpft sie um die Bewahrung der Würde von geschädigten Patienten, um finanziellen Schadensausgleich und für die Lobby von Patienten im Gesundheitswesen.

Die Patienteninitiative wurde zur Institution. Mit Kerstin Hagemann als Wegbereiterin: Wir haben viel erreicht, die Ehrung gehört allen Aktiven.

Ehrenamtlich und ohne öffentliche Förderung berät die Patienten-Initiative Menschen, die ärztliche Fehler vermuten und sich keinen Anwalt leisten können. Das ist aufwendig, denn Patienten in Not brauchen fachkundige Begleitung, oft über Jahre.

Zwar erhält die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, UPD, von den Kassen neun Mio Euro jährlich, aber konkrete Hilfe bei Behandlungsfehlerverdacht gibt es dort nicht.

Darum steigt der Beratungsbedarf in der Patienten-Initiative. Wir haben erreicht, dass Patientenrechte im Gesetz stehen. Es kann nicht sein, dass Menschen, die diese Rechte in Anspruch nehmen, allein gelassen werden. Wir brauchen dringend Spenden oder besser noch öffentliche Unterstützung, erklärt Kerstin Hagemann. Sie kämpft weiter. Jetzt mit Orden.


Die Presseerklärung als PDF hier.

04. Dezember 2017 by Redaktion
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Zeit für Inklusion

Mit dem Hissen der Inklusionsfahne am Rathaus haben Carola Veit, Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, und Ingrid Körner, Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, am 1. November die Veranstaltungsreihe „Zeit für Inklusion“ eröffnet. Damit soll auf die zahlreichen Projekte dieser erstmals in Hamburg stattfindenden Teilhabeaktion aufmerksam gemacht werden.

Foto: Hamburgische Bürgerschaft/Susanne Ahrens

Bis zum 4. Dezember finden rund 100 Veranstaltungen statt. Sport, Kultur, – alles dabei. Ein Beispiel: In einer Kooperation zwischen der Senatskoordinatorin und der Künstlerin Sibilla Pavenstedt („Made auf Veddel“) wird ab dem 30. Oktober ein Schaufenster bei Karstadt in der Innenstadt unter anderem mit inklusiven Sportangeboten ausgestattet. Am 5. November findet um 17 Uhr eine Präsentation von Models („lebende Schaufensterpuppen“) mit und ohne Behinderung statt.

Das Programmheft ist als Download hier bei hamburg.de zu finden

 

 

 

 

 

 

 

04. Dezember 2017 by Redaktion
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Endlich weniger Zuzahlung für Zahnersatz!

Pressemitteilung der Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss

Endlich weniger Zuzahlung für Zahnersatz

Berlin, 17. November 2017.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat heute Änderungen für die Festzuschüsse für Zahnersatz beschlossen. Damit erreichen die Festzuschüsse, die die Krankenkassen für Zahnersatz leisten, endlich wieder annähernd 50 Prozent der Kosten für Regelleistungen, wie das Gesetz es vorsieht.
Die Patientenvertretung im G-BA begrüßt, dass heute endlich ein Beschluss über neue Festzuschüsse für Zahnersatz gefasst wurde. Damit decken die Festzuschüsse die Regelleistungen insgesamt wieder den gesetzlich vorgesehenen Anteil von annähernd 50 Prozent ab.
Zum Beispiel: Bei Vollprothesen liegt der neue Festzuschuss um ca. 90 € höher. “Jahrelang haben die Patientinnen und Patienten die Abweichungen von den realen Kosten alleine getragen. Jetzt sind die Festzuschüsse endlich wieder so wie das Gesetz das vorsieht”, so Gregor Bornes, Sprecher der Patientenvertretung im Unterausschuss Zahnärztliche Behandlung und der Bundesarbeitsgemeinschaft PatientInnenstellen.
Der Vorsitzende des G-BA hatte mit einem Kompromissvorschlag erreicht, dass die GKV
dem heutigen Beschluss zugestimmt hat. “Dieser Erfolg wurde aber mit einem Zugeständnis erkauft, dass uns womöglich noch Probleme bereitet: dem Abschlag in Höhe von 2,5% für vermutete Unwirtschaftlichkeit der Zahntechniker.” So Gregor Bornes. “Diesen Abschlag zahlen aber nicht die Zahntechniker, sondern die Patientinnen und Patienten.”
Der Festzuschuss beträgt laut Gesetz 50% der durchschnittlichen Kosten der Regelleistung, nicht der individuellen Zahnersatzrechnung. Er setzt sich aus den Preisen für die einzelnen Leistungen und den Häufigkeiten dieser zusammen. Vor allem die Häufigkeiten waren zuletzt 2004 angepasst worden und entsprachen nicht mehr der Realität. Daher hatte die Patientenvertretung die Aktualisierung bereits 2008 angestoßen.
“Das Grundproblem wurde leider nicht gelöst.” So Bornes “Die Patienten tragen das Risiko für Unwirtschaftlichkeit und Kostensteigerungen alleine. Wir fordern die Politik auf, hier grundsätzliche Änderungen vorzunehmen.”

Hier sehen Sie die Pressemitteilung als PDF

20. November 2017 by Redaktion
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