“Zu wenig Arztpraxen für Behinderte”


Am Samstag, den 6.2.2016  hat das Abendblatt in einem langen Artikel berichtet, dass Ärzte für die Behandlung von Menschen mit Behinderungen keine höhere Vergütung als für alle anderen Patienten bekommen, diese aber in der Regel mehr Zeit in Anspruch nimmt.
Ganz richtig ist beschrieben, wie aufwendig die Behandlung für einige schwerbehinderte Patient*innen sein kann.
Das viel größere Problem liegt jedoch darin, dass man nichts darüber weiß, welche Arztpraxen wie ausgestattet sind.

Was ist mit Älteren, die einen Rollator benutzen und einen schwellenlosen Praxiszugang brauchen, oder mit blinden Patienten, für die ein Leitsystem gut wäre. Ein stark sehbehinderter Patient braucht keine spezialisierte Medizin, wenn sein gesundheitliches Problem ganz woanders liegt. Für eine Grippe ist der Hausarzt zuständig und soll dies auch bleiben!
Wir wollen mit einem Stadtplan zur barrierefreien medizinischen Versorgung in Hamburg sichtbar machen, welche Praxis was bietet. z.B. hat die Praxis von Marienela von Schuler Alarcón Treppen im Eingangsbereich, bietet aber einen ganz besonderen Service für Gehörlose.

Leider wird in dem Artikel gesagt, wir würden die Selbstauskünfte von Ärzten “überprüfen”. Genau darum geht es uns NICHT!

Im Mittelpunkt unseres Vorhabens steht, einen zuverlässigen Fragebogen zur Erfassung barrierefreier Kriterien zu entwickeln, damit die Informationen über die Gegebenheiten präzise erfasst werden können.

Diesen Fragebogen wollen wir sowohl mit Selbstauskünften der Ärzte, als auch mit dem Einsatz von Barriere-Scouts erproben.

Es geht dabei nicht um eine Bewertung, was gut oder schlecht ist, sondern darum dass die Patient*innen die Information überhaupt bekommen.

Das Vorhaben wird von der AOK/Rheinland gefördert und wir führen es im Auftrag vom Partätischen Wohlfahrtsverband Hamburg/KISS Hamburg durch. Die enge Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe ist uns auch besonders wichtig. Die Erfahrungen von Patienten sollen unmittelbar einfließen.

 

 

 




Veröffentlicht am 08. Februar 2016 von Redaktion
Kategorien: Allgemein, Barrierefreiheit


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